Die sibirische Überraschung

Wenn man das Wort “Sibirien” erwähnt, denken die meisten Menschen an eine trostlose, gefrorene Tundra, die sich über Hunderte von Kilometern erstreckt. Nun, das ist im Winter mehr oder weniger wahr. Im Sommer jedoch, ist ein großer Teil Sibiriens ein grüner Fleck mit Temperaturen, um die 20 bis 30 Grad.

Dies war die erste Überraschung für mich, da ich es versäumt hatte, kurze Hosen mitzubringen. Welche anderen Überraschungen ich bei meinem Aufenthalt in Sibirien erlebt habe, kannst Du in diesem Bericht lesen.

Für einen Sprachkurs an der Uni hat es mich in die Stadt Chita verschlagen und ich hatte die Gelegenheit, die Waldstadt Tinda zu besuchen. Tinda liegt etwa einen Tag östlich des Baikalsees und wurde in den 1950er Jahren als Holzfällerstadt erbaut. Die Gegend um Tinda ist sehr Bergig und äußerst schön. Wenn der Schnee schmilzt, erwachen hier zahlreiche Bäche, Flüsse und Seen zum Leben.

Während meines Aufenthalts in Tinda wurde ich eingeladen, mit den Söhnen meiner Gastgeber, Fliegenfischen zu gehen. Da sie kein Englisch sprachen und ich etwa auf Kindergartenniveau fließend Russisch sprach, war für Heiterkeit gesorgt. Wir machten einen Spaziergang zu dem scheinbar örtlichen Hot Spot.

Unsere Empfehlungen im Überblick

Nach einem 45-minütigen Spaziergang stießen wir auf einen langsam fließenden Bach, der aussah wie etwas, das man in den Bayerischen Alpen finden könnte. Bäume überragten uns und warfen Schatten über das Wasser. Am Ufer bildeten sich flache Wasserlachen, und ich hätte schwören können, dass ich mehr als nur ein paar unserer gepunkteten Freunde gesehen habe.

Jeder Angler kennt das Glück der Ahnungslosen, die das erste mal an einem fremden Gewässer sind und gleich richtig abräumen. Leider war das Glück nicht auf meiner Seite und ich habe wirklich alle mir bekannten Tricks ausgepackt. Doch Nymphen, Trockenfliegen, Nassfliegen und sogar Streamer wurden von allen Fischen verschmäht. Nicht einmal ein Anfasser oder gar ein Nachläufer. In der gleichen Zeit haben die Kids natürlich so viele Fische gefangen, dass sie bereits das Angeln eingestellt haben, weil sie keine Kraft mehr in ihren Armen hatten. Sie gaben mit ihre Köder, ja sogar ihre gesamte Ausrüstung und versuchten mir zu erklären wie es geht, doch ich habe einfach keinen Fisch an den Haken bekommen und am Ende frustriert aufgegeben.

Obwohl sie eine Menge Fische gefangen haben, kann ich nicht sagen, welche Fischart es war. Die Sprachbarriere war einfach zu groß. Die Fische waren 10 bis 20 Zentimeter lang und schienen mit Saiblingen verwandt zu sein. Sie hatten einen dunklen Rücken und einen knallroten Bauch. Wunderschöne Fische aber die Kinder gaben mir zu verstehen, dass die kleinen nicht aus dem Wasser gehoben werden dürfen. Die meisten Fische wurden direkt im Wasser mit einer geschickten Bewegung vom Haken befreit. Und nur einen etwas größeren durfte ich mir Ausnahmsweise, etwas genauer ansehen. Doch ich war absolut fasziniert von dem Umgang der Kinder mit den Fischen und ihrem scheinbar guten Verständnis des Gewässers. Anfangs dachte ich sie würden eher ungeschickt und wild mit ihren Fliegenruten herumwedeln, doch am Ende meines Aufenthaltes habe ich verstanden, dass sie damit eine ganz spezielle Beute der Fische imitiert haben und genau deswegen so viele Fische gefangen haben. Diese Reise hat mir gezeigt, das Sibirien voller Überraschungen steckt und das man hier noch unberührte Wildnis findet, die faszinierende Einblicke in die Natur bietet.



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Autor: PP
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